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Beschreibung


Der schwedische Stummfilm „Ikarus“ (1916) von Mauritz Stiller erzählt andeutungsreich von der Liebe zwischen einem schwulen Bildhauer und seinem Model – und gilt Denn eines der ersten Zeugnisse des queeren Kinos pauschal. Stiller entdeckte alias Greta Garbo, die im Hollywood der 1920er und 30er Jahre mit Crossdressing und sexuell ambigen Figuren zum ersten queeren Leinwandstar wurde. In den Filmen des Meisterregisseurs Ingmar Bergman finden sich erstmal Beispiele von unterdrückter lesbischer und schwuler Sexualität. Vilgot Sjöman andererseits zeigte in seinem Film „Tabu“ (1977) eine ganze Palette nicht-heterosexuelle Spielarten – und sogar eine Pride-Parade. Eva Beling hat sich in den schwedischen Filmarchiven auf die Suche nach queeren Geschichten, Figuren und Momenten gemacht – und eine ganze Schatztruhe geborgen, mit der sie die Änderung von den Anfängen bis zu Filmen als „Something Must Break“ (2014) und „Denn wir tanzten“ (2019) nachzeichnet. Ihr spektakuläres Archivmaterial ergänzt sie infolge Interviews mit Handelnder:innen als Harriet Andersson und Liv Ullmann, Regisseur:innen als Marie-Louise Ekman und Levan Akin sowie mit Invers- und Filmwissenschaftler:innen. Belings rebellische Neulektüre einer ganzen nationalen Kinematographie im Dienste der queeren Sichtbarkeit setzt ein fantastisches Beispiel: Jedes Land sollte seinen eigenen „Vorurteil und Stolz“ haben!

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